Archiv des Autors: Schmitt Jürgen

Schule ist Notquartier für mehrere Familien

Während des Sturms haben viele Menschen in der Schule Schutz gefunden. Und auch jetzt, mehre Tage nach dem Zyklon, haben immer noch drei Familien mit Kinder ihr Notquartier in den Klassenzimmern aufgeschlagen, darunter ein nur wenige Tag altes Kind.

Man mag sich gar nicht vorstellen, was aus den Menschen geworden wäre, wenn sie nicht in die Schule hätten flüchten können.

 

Hurrikan Matthew wütet in Haiti

Mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 250 km/h hat der Wirbelsturm Matthew in der Karibik gewütet. Und wieder einmal triff es Haiti mit besonderer Wucht. Eingestürzte Brücken, überschwemmte Felder, vernichtete Ernten, überflutete Straßen, die eh schon fragile Infrastruktur wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Besonders in den Elendsvierteln zeigen sich die verheerenden Folgen des Hurrikans.  In den Medien wird von 1000 Todesopfern berichtet.

Wir haben drei Tage nichts von unseren Partnern gehört, Telefon und Internt waren nicht verfügbar.

Inzwischen wissen wir jedoch, dass unsere Schule den Wirbelsturm ohne größere Schäden überstanden hat. Dank ihrer stabilen Bauweise haben weder die Wolkenbrüche noch die enormen Windgeschwindigkeiten zu Gebäudeschäden geführt. Das Dach blieb dicht und die Photovoltaikanlage liefert zuverlässig Strom.

Anders sieht es für die Menschen im Umfeld der Schule aus. Viele Behausungen haben Wände und Dach verloren oder wurden ganz den Hang hinunter geschwemmt. Viele haben ihr komplettes Hab und Gut verloren. Einen vollständigen Überblick haben wir aber noch nicht.

Die Straße von Carrefour zur Schule ist derzeit nicht passierbar. Sie ist an mehreren Stellen weggebrochen.

 

 

Bienvenue Mme Luzia

Große Freude bei den Kindern der Luzia Academy.

“Bienvenue Mme Luzia” begrüßen sie die Namensträgerin ihrer Schule, die derzeit in Begleitung ihres Sohnes Heiko zu Besuch ist, um mit den haitianischen Partnern die Weiterentwicklung des Projektes zu besprechen.

Viele Aufgaben stehen an.

Uns liegt es sehr am Herzen, den Menschen im Umfeld der Schule endlich Zugang zu Trinkwasser zu verschaffen. Fünf Jahre nach dem Erdbeben zeigt sich das große Versagen der staatlichen Behörden. Es hat sich nichts getan, nur leere Versprechungen. Auch keine der vielen NGO`s, die sich die Wasserversorgung auf die Fahnen geschrieben haben, hat sich um das Problem gekümmert.

Durch die Zisterne in der Schule haben wir wenigstens in Regenzeiten Wasser, das wir für die Sanitäranlagen der Schule verwenden können oder auch an die Menschen abgeben können.
Doch von Trinkwasserqualität ist das weit entfernt, der nächste Trinkwasserbrunnen liegt mehr als zwei Kilometer weg.

Auch die Versorgung mit Strom hat sich nicht verbessert. Auch hier hat der Staat mit seinen Behörden versagt.

Wir sind froh, dass wir mit unserer Photovoltaikanlage die Schule zuverlässig mit Strom versorgen können, würden aber gerne eine zweite Anlage auf dem Nebengebäude installieren.

Das sind nur die großen Probleme neben den vielen anderen kleinen Dingen, die eine Lösung brauchen. Die Schule ist stark genutzt, steht in einer klimatisch exponierten Region. Der bauliche Unterhalt kostet viel Geld genauso wie die Finanzierung des laufenden Schulbetriebes.

Wir sind weiterhin auf viele großzüge Spender angewiesen.

 

Zisterne fast fertig

Die zweite Zisterne ist fast fertig. Jetzt muss noch die Pumpe installiert werden mit der das Zisternenwasser in den Dachspeicher (Chateau d`eau) gepumpt werden kann. Der notwendige Regen wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.
Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten das  Zisternenwasser als Trinkwasser aufzubereiten.

 

Viertklässler aus Lauda-Königshofen kommunizieren mit Kindern der Luzia Academy

Auch wenn sie keine gemeinsame Sprache haben können Kinder über Kontinente hinweg miteinander kommunizieren. Sie malen einfach Bilder, Bilder von Rutschbahnen, Spielplätzen ihren Schulen. “Bitte schreibt uns einen Brief zurück”, steht in dem kleinen Begleitbrief und innerhalb weniger Tage haben die haitianischen Viertklässler mit kleinen Kunstwerken geantwortet. “Gehst du gerne in die Schule ?, Hast du Geschwister ?, Spielst du gerne Fußball ?” Fragen, die Zehnjährige interessieren.

Weiterlesen Presseartikel Fränkische Nachrichten 22.01.15
Interkontinentaler Dialog_FN_22.01.2015

Drei Jahre Luzia Academy

„Le Jardin Fleuri“ – der blühende Garten steht auf der Fassade der Luzia Academy.
Die Saat geht auf in der von uns finanzierten Schule. Auch im neuen Schuljahr bekommen wieder über 400 Kinder die Chance dem Schicksal als Analphabeten zu entkommen.

Wir erinnen uns: Voller Verzweiflung und tiefster Hilfslosigkeit standen nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 Eltern, Lehrer und Kinder in den Trümmern ihrer Behausungen und Schule. In wenigen Minuten starben mehr als 200 000 Menschen in den Trümmern und mindestens genauso viele überlebten schwerverletzt und fanden oft nur ungenügend medizinische Hilfe.

Doch aus dieser Hoffnungslosigkeit ist Zuversicht geworden. Seit nunmehr drei Jahren haben die Kinder aus dem Terrain Azteque eine neue Schule. Der Zustrom der Kinder ist seither ungebrochen, so dass vor einem Jahr zusätzliches Nebengebäude in den Schulbetrieb integriert wurde.

Doch die Lebensumstände der Menschen im Umfeld bleiben auch fünf Jahre nach dem Erdbeben schwierig. Es gibt nach wie vor keine Wasser- und Abwasserversorgung und meist auch keinen Strom. Aber die Schule hat dank einer kleinen Photovoltaikanlage eine zuverlässige Energieversorgung, so dass die Schule in den Abendstunden oft das einzige Gebäude mit Licht ist. Die Schule mit ihrem Nebengebäude hat sich deshalb zum Mittelpunkt des Gemeindelebens entwickelt, in ihr wird nicht  nur unterrichtet, sondern auch geheiratet und getauft und hat auch Platz für die sonntäglichen
Gottesdienste.

Die Schule ist ein Beispiel für nachhaltige Hilfe und jeder Spender kann sehen, dass seine Spende nicht verpufft, sondern auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Wir sagen im Namen der Kinder herzlichen Dank und hoffen auch weiterhin auf die Großzügigkeit vieler Spender.

Schulhangar feierlich eingeweiht !

Große Freude bei Eltern, Lehrern und Kindern, der rekonstruierte Schulhangar konnte in einer Feierstunde am Schuljahrsende eingeweiht werden. Im kommenden Schuljahr sind hier die ganz Kleinen und die Kinder der ersten Klasse untergebracht. Zudem dient das zum Hof hin offene Gebäude als Versammlungsraum für die Menschen und auch ihre Gottesdienste und religiösen Zeremonien können dort abgehalten werden. Unsere haitianischen Partner und wir bedanken uns ganz herzlich bei der Stiftung Hilfswerk deutscher Zahnärzte und derem Vorsitzenden Dr. Klaus Winter, ohne deren großzügige Projektförderung dieses Gebäude nicht möglich gewesen wäre.

 

Endlich Strom – Photovoltaikanlage wird installiert

Endlich Strom – Mit der Installation einer Photovoltaikanlage sichern wir eine zuverlässige Verorgung der Schule mit elektischer Energie. Die Schule ist zwar an das öffentliche Schulnetz angeschlossen, aber Strom gibt es nur selten und sehr unzuverlässig. Wir haben die Anlage als selbstständige Insellösung konzipiert. Strom, der aktuell nicht gebraucht wird, wird in einer Batteriebank zwischengespeichert und steht dann auch am Abend zur Verfügung. Jetzt können auch Jugendliche, die bisher noch keine Gelegenheit hatten in die Schule zu gehen, in den Abendstunden beschult werden.

Rekonstruktion Schulhangar

Wenige Monate nach dem Erdbeben konnten die Kinder wieder in einer provisorischen Schule unterrichtet werden. Alles war sehr einfach, ein Gerüst aus Holz, verkleidet mit Wellblech, aber einem festen und regensicheren Dach. Nur vorübergehend sollte dieser Hangar als Schule dienen. Wichtig war uns damals, dass die Kinder nach den traumatischen Erlebnissen durch das Erdbeben möglichst bald wieder einen geregelten Tagesablauf bekamen. Doch der Zulauf der Kinder war groß, so dass der Hangar auch nach dem Bau der “Luzia Academy”  weiter für die 1. Klasse und Kindergartenkinder genutzt wurde. Er ist nach drei Jahren zerschlissen und abgenutzt und der Wirbelstrum Sandy im Nov. 2012 hat ihm den Rest gegeben. Dank einer großzügigen Spende vom Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) können wir jetzt mit der Rekonstruktion des Hangars beginnen. Es soll jetzt ein gemauertes Gebäude mit einem hurrikansicheren Dach entstehen. Ganz ganz großen Dank an das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte.

Haiti – das gequälte Land – “Sandy” wütet in Haiti

„Haiti- das gequälte Land“, erneut werden die Menschen in Haiti von einer großen Naturkatastrophe heimgesucht. Und diesmal ist dies den Medien kaum eine Meldung wert.

In Sondersendungen und ausführlichen Berichten werden die Auswirkungen von „Sandy“ in den USA thematisiert. Aber noch bevor der Wirbelsturm die USA erreicht hat, hat er seine verheerenden Spuren in Haiti hinterlassen. Sintflutartige Regenfälle haben das Land überschwemmt und viele Flüsse über die Ufer treten lassen. Ganze Berghänge sind mitsamt den Behausungen abgerutscht, die Zahl der Toten ist nahezu identisch mit den Toten in den USA. Während in den USA der zeitweise Ausfall der Stromversorgung große Sorgen bereitet, trifft es hier in Haiti Menschen, die noch nie Strom hatten. Zudem sind große Teile der Ernte sind zerstört. Es droht eine Hungersnot, die haitianische Regierung hat den Notstand ausgerufen.

„Unsere“ Schule hat den Wirbelsturm und die starken Regenfälle ohne größere Schäden überstanden. Mehrfach haben Menschen in der Schule Schutz gefunden, wenn ihre notdürftigen Behausungen den Regenmassen nicht mehr standhalten konnten. Die Schule ist mehr als nur eine Schule. Hier gibt es ein festes Dach über dem Kopf, Wasser, Zugang zum Internet, manchmal einen Kinofilm und für die Jugendlichen einen Spiel- und Bolzplatz. Und jetzt war sie auch Zufluchtstätte für Menschen, denen das Wasser durch die Wellblechhütten gelaufen ist. Im Gefolge von Sandy ist auch die Cholera wieder zu einem sehr ersten Problem geworden.